Auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft

Kinder

„Du bist willkommen!“ – Dieses Motto sollte über jeder Krippe und jeder Kindertageseinrichtung stehen und sich prinzipiell an jedes Kind richten – egal welcher Religion es angehört, unabhängig von seiner ethnischen oder sozialen Herkunft, gleichgültig, ob es krank oder gesund, alt oder jung, groß oder klein, Mädchen oder Junge  ist, einen besonderen Unterstützungsbedarf aufweist oder nicht.

 Heterogenität menschlichen Daseins beginnt mit der Geburt und pädagogische Einrichtungen sollten hierauf eine Antwort bieten. Bereits jetzt sind viele Kitas dank des Engagements der pädagogischen Mitarbeiterinnen der Ort, wo Vielfalt gelebt wird. Doch die Herausforderungen sind groß: Es gilt neue pädagogische Konzepte zu entwickeln bzw. zu etablieren, die in der Lage sind, die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Kinder aufzugreifen und ihnen Möglichkeiten der individuellen und sozialen Entwicklung bereitzustellen.

 Ein Orientierungspunkt kann dabei der sog. „Index für Inklusion (Tageseinrichtungen für Kinder) – Lernen, Partizipation und Spiel in der inklusiven Kindertageseinrichtung entwickeln“ (Booth, T./Ainscow, M./Kingston, D. Bristol 2004, dt. Übersetzung hrsg. von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Frankfurt/M. 2006) sein.  Im Grunde geht es um nicht weniger als um die konsequente Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (www.national-coalition.de) und der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen.

 Folgende Eckpunkte sind dabei zu beachten:

 

  • Kinder brauchen Kinder: die peer group ist für die kindliche Entwicklung unerlässlich.
  • Besondere Bedürfnisse benötigen besondere Konzepte: Kinder mit besonderen Bedürfnissen haben einen Anspruch darauf, dass ihnen die bestmögliche an wissenschaftlichen Standards ausgerichtete Hilfe angeboten wird.
  • Kitas brauchen Profis: Interdisziplinäre und multiprofessionelle Team sind Bedingung für ein Gelingen dieses Ziels: Heilpädagoginnen, Heilerziehungspflegerinnen, Erzieherinnen etc. gehören selbstverständlich in Krippe und Kindertageseinrichtungen.
  • Inklusion braucht Rahmenbedingungen: Diese wenigen Anmerkungen deuten an, dass es ohne eine ausreichende materielle (z.B. barrierefreie Räumlichkeiten), finanzielle und personelle Ausstattung nicht geht.
  • Hieraus ergibt sich eine zentrale Herausforderung: Nicht das Kind/Jugendlicher/Erwachsene muss sich der Institution anpassen – sondern umgekehrt: die Institution hat sich den Menschen anzupassen! Oder – wie es die UNESCO formuliert hat: „Nicht das Kind hat ein Problem, sondern das Bildungssystem ist ein Problem.“