Auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft

Jugend

Was im so genannten „vorschulischen“ Bereich oft schon gelingt, darf nicht mit Beginn der Schulzeit abbrechen. Ältere Kinder und Jugendliche sind ganz besonderes darauf angewiesen in peer groups zu lernen und vielfältige (sic!) Erfahrungen zu sammeln. Gleich ob in Grundschule, weiterführender Schule oder Berufsausbildung: Eine Selektion nach Leistung oder anderen Kriterien entspricht nicht dem Grundgedanken der Inklusion und auch nicht den schon genannten UN Konventionen.

Dabei gilt es, die Quadratur des Kreises zu bewältigen: Die individuellen Ansprüche und Bedürfnisse werden komplexer und noch vielfältiger und bedürfen entsprechender pädagogischer Angebote. Ein oft gezogener Umkehrschluss, dass eine „Schule für alle“ alle Kinder und Jugendlichen über einen Kamm schere ist unzulässig.

 Es gilt dem gegenüber, individuelle Lern- und Bildungsbiographien zu gestalten – im Sinne des every child matters (ECM, www.ncb.org.uk: Every Disabled Child Matters (EDCM) is the campaign to get rights and justice for every disabled child. EDCM campaigns to raise the political profile of disabled children and their families within central and local government): Ein Scheitern von Jugendlichen im Bildungs-  und Ausbildungssystem kann sich eine humane Gesellschaft nicht leisten.

Insofern haben spezielle Angebote für Jugendliche mit handicaps, für Jungen oder Mädchen, für Kinder aus sozial schwachen Familien hier genauso berechtigt Platz, wie übergreifende Projekte. Auch hier kann der „Index für Inklusion – Lernen und teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln“ (Booth, T./Ainscow, M.  2002, dt. Übersetzung: Boban, I./Hinz, A. Halle-Wittenberg 2003) hilfreiche Anregungen geben.

Die bereits unter der Überschrift „Kinder“ formulierten Anforderungen hinsichtlich des finanziellen, materiellen und personellen Rahmens gelten natürlich auch hier. Und wie auch bei Kindern geht es hier um die Vermeidung von Diskriminierung und Ausgrenzung (Exklusionsvermeidung) und die Sicherung gleichberechtigter Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.