Ergebnisse der Reihe „Sozialraum und Inklusion“ in Leichter Sprache

Was bedeutet Inklusion?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen das Leben in der Gesellschaft gemeinsam gestalten. Jeder hat die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten. Jeder macht das, was er gut kann.  Jeder trägt so etwas Wichtiges bei.

Alle Bürger einer Gesellschaft wohnen, arbeiten, lernen und verbringen ihre Freizeit gemeinsam.

Niemand wird ausgegrenzt. Niemand wird ausgelacht oder es wird mit dem Finger auf ihn gezeigt. Inklusion heißt, dass Menschen, egal wie unterschiedlich sie sind, geschätzt und anerkannt werden. Es gibt keine Normalität mehr. Normal ist es, dass jeder anders ist als der andere. Diese Vielfalt wird als große Bereichung empfunden.

Es keine Orte mehr, die nur für Menschen mit Behinderungen bestimmt sind. Alle Orte sind für alle, die diese nutzen wollen, frei zugänglich. Frei zugänglich heißt auch barrierefrei.

Das gemeinsame Leben ist nicht immer einfach. Oft gibt es Probleme, sich gegenseitig gut zu verstehen. Oft gibt es Probleme, die Meinung des Anderen zu akzeptieren. Inklusion heißt deshalb auch, nicht zu glauben, dass man selbst immer richtig liegt.

Wichtig ist es, einander zuzuhören und zu fragen, was der Andere braucht. Jeder Mensch ist Experte in eigener Sache. Er weiß am besten, was gut für ihn ist. Inklusion hat viel damit zu tun, miteinander zu sprechen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Zur Inklusion kann jeder etwas beitragen: Alte, Junge, Berufstätige, Arbeitslose, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung.

 

Was bedeutet Sozialraum?

Ein Sozialraum ist ein Ort, an dem Menschen zusammen kommen. In meinem Sozialraum habe ich ein paar Leute, die ich gern treffe. Ich kenne meine Nachbarn und manchmal unterhalten wir uns oder helfen uns gegenseitig. Es gibt Läden ganz in der Nähe, in denen ich einkaufen gehe. Und Cafés oder Restaurants, in denen ich gerne bin.

In meinem Sozialraum fühle ich mich zuhause. Vielleicht ist sogar meine Arbeitsstelle dort. Ich kenne mich gut aus und weiß, wo ich Alles finden kann.  Im Sozialraum sind die Schule und der Kindergarten. Im Sozialraum gibt es Vereine und die Volkshochschule.

Vielleicht gibt es auch ein Stadtteilbüro, in dem soziale Projekte für den Sozialraum geplant werden. Im Sozialraum bestimmen die Bürger mit, wie der Sozialraum aussehen soll. Im Sozialraum wird also auch Politik gemacht.

Der Sozialraum ist überschaubar groß. Nicht so groß wie die ganze Stadt, aber auch nicht so klein, dass darin nur eine Straße Platz hat. Der Sozialraum kann auch ein Dorf sein. Der Sozialraum besteht aus Orten und aus den Menschen, die sich dort begegnen. Ich bin ein selbstverständlicher Teil davon.

 

Was haben wir herausgefunden?

Mit den beiden Worten „Sozialraum“ und „Inklusion“ haben wir uns in fünf verschiedenen Veranstaltungen beschäftigt. Wir haben uns viele Fragen dazu gestellt. Und auch einige Antworten erhalten.

Zum Beispiel dazu, worauf es bei der Umsetzung von Inklusion ankommt. Denn das ist gar nicht so einfach, wie es sich zunächst anhört.

Eigentlich sind sich die meisten Menschen darüber einig, dass alle Menschen zusammen leben sollen. Nur die Frage, wie das am besten gelingt, ist noch nicht geklärt. Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen dazu. Viele sagen, dass es zu teuer ist. Viele können sich nicht vorstellen, dass es keine Normalität mehr gibt, der sich alle anpassen müssen. Aber die meisten sagen: „Wir packen es an!“

Einige unserer Antworten:

Inklusion betrifft alle Menschen und nicht nur die Menschen mit Behinderungen. Inklusion geht alle etwas an, da sie für alle eine Bereicherung darstellt und etwas Gutes im Leben bewirkt.

Inklusion heißt nicht, dass jeder überall mitmachen muss. Nur, wenn jemand gern beteiligt sein möchte und sich zum Beispiel ein Fußballspiel in einem großen Stadion anschauen möchte, dann sollte er das auch tun können.

Inklusion ist ein geltendes Menschenrecht. Das heißt, die Menschen haben ein Recht darauf.

Inklusion verändert die ganze Gesellschaft. Das braucht Zeit. Inklusion wird nicht schnell gehen, aber überall gibt es erste Anfänge.

Inklusion geschieht nicht von selbst. Es braucht dazu immer Menschen, die etwas verändern wollen. Das kann in ihrem Verein, in ihrem Stadtteil oder in ihrem Dorf sein. Wenn sich Menschen zusammentun, kann eine Menge bewegt werden. Jemand allein würde das nicht schaffen.

Inklusion ist nicht da, um Geld zu sparen. Inklusion ist nicht umsonst, aber dafür bekommen die Menschen auch eine bessere Gesellschaft, in der keiner ausgeschlossen wird.

Für Inklusion muss umgedacht werden. Es wird nicht mehr geschaut, was jemand nicht kann, sondern darauf, was er kann. Viele Leute sind es nicht gewohnt, ihre Mitmenschen auf diese Weise zu sehen. Das ist aber etwas, das man lernen kann. Inklusion heißt auch, dem Anderen wirklich etwas zuzutrauen.

Inklusion bedeutet, sich nicht immer überlegen zu fühlen, sondern zu staunen, was der Andere kann. Da können Menschen ohne Behinderungen noch sehr viel von Menschen mit Behinderungen lernen. Jeder sollte eigenständige Entscheidungen für sein Leben treffen.

Jeder Mensch hat Einschränkungen, Krankheiten, Ängste, Sorgen und etwas, das er nicht kann. Jeder Mensch ist in seinem Leben auf die Hilfe anderer angewiesen. Zum Beispiel als Säugling oder als alter und gebrechlicher Mensch brauchen wir andere Menschen. Jeder Mensch hat immer das Recht auf Selbstbestimmung, auch wenn er die Hilfe anderer braucht.

Wir sollten lernen, Menschen als ganze Menschen mit allen ihren Stärken und Schwächen wahrzunehmen. Und nicht nur immer eine Eigenschaft an jemand Anderem zu sehen, auf die er dann reduziert wird.